In Israel darf man mit dem europäischen Führerschein ein Jahr lang fahren, danach muss man sich einen israelischen Führerschein zulegen oder weiter schwarz fahren, bis es irgendwann mal ein Polizist merkt.
Da sich in Israel die Gesetze ständig ändern können, weiß man nie so genau, was Sache ist. Sich Informationen in den zuständigen Ämtern holen, kann einem mehrere Urlaubstage kosten. Anrufen ist sogar unmöglich, die Leitungen sind ständig besetzt. Am besten geht man persönlich hin, zieht eine Nummer und wartet mal…….
Irgendwann nach zwei Tagen kommt man mal dran und die zuständige Beamtin sagt einem, dass sie darüber nichts genaues weiß. Ich soll doch bitte eine neue Nummer ziehen und bei der Dienststelle xy nachfragen. Die wüssten Bescheid. Xy hat natürlich auch keine Ahnung.
Laut Gesetz musste ich als Inhaberin des Auto- und Motorradführerscheins (13 Jahre Führerscheinbesitzerin) nur 4 Fahrstunden nehmen und dann zur Fahrprüfung antreten. Die Theorie fiel weg, da ich ja schon einen gültigen Führerschein hatte.
Eigentlich ist es lediglich ein Umschreiben und man muss den Beweis erbringen, dass man körperlich und geistig in der Lage ist, ein Fahrzeug zu lenken. Das haben wir unter anderem unseren russischen Mitbürgern zu verdanken, die mit gefälschten Führerscheinen ins Land kamen. Die erste Frage im Verkehrsministerium war: “Sprechen Sie russisch?” Ich war schockiert, da diese Beamtin meinen österreichischen Führerschein in der Hand hielt.
Der Test beim Arzt war lustig. Ich musste auf einem Bein eine Linie entlanghüpfen und danach den Kopf nach rechts und links drehen. Das ganze hat 280 Schekel gekostet (50 Euro).
Der Sehtest war billiger und noch kürzer. Sogar ein Blinder hätte den bestanden. Einzige Frage: Haben Sie Sehschwierigkeiten oder tragen Sie eine Brille?
Als alle Formulare ausgefüllt waren konnte ich mir endlich einen Fahrlehrer suchen.
Die Fortsetzung folgt in meinem nächsten Bericht “Israelische Fahrlehrer”.
3 Antworten bis hierher ↓
schmetterlingsfrau // Februar 8, 2007 um 5:52
Psst hast du Trackback ausgeschalten? Ich finde den Link nicht! Bei Einstellungen/Diskussion fehlt sicher ein Haken bei “Erlaube Link-Benachrichtigungen von anderen Weblogs (Pingbacks und Trackbacks”. Mach den mal hin, dann erzähle ich später was von meinem Führerschein.
schmetterlingsfrau // Februar 8, 2007 um 6:12
Anscheinend haben sie das Gesetz geändert! Glückwunsch! Ich hab damals gewartet, bis ich Olah war, denn früher mußte man als Toschaw Kewa mit Schein auch Theorie machen – entweder Englisch, Hebräisch, Russisch oder Arabisch!! Arrrgh. Sogar auf Englisch ist das keine leichte Sache. Das wollte ich nicht! Ich hatte ja schon einen Führerschein.
Als Einwanderer ist es dasselbe wie jetzt bei dir (ist auch besser so – was soll dieser Unterschied?), nur daß man gar keine Stunden nehmen muß. Man hat drei Versuche, und wenn du es nicht schaffst, mußt du den kompletten Schein machen (mit Theorie). Da ich nie gefahren bin seitdem ich den Schein habe (war damals 18), habe ich viele Fahrstunden gebraucht. Ich war praktisch Anfänger! Und am Ende habe ich nur Automatik gemacht, weil ich es nicht auf die Reihe bekommen habe!
Das Kapitel Führerschein war ziemlich hart für mich, aber ich hab’s geschafft. Hier läuft ohne Auto eben nichts. Im Schein steht “übertragen von auländischer Erlaubnis”, “nur Automatik” und “muß eine Brille tragen” (sprich bin blind und blöd!) *G*
bineimgelobtenland // Februar 8, 2007 um 8:21
Hallo Schmetterlingsfrau!
Die Häkchen sind alle dort, wo sie sein müssen…grübel
Ich hatte damals noch nicht einmal die israelische ID, war Touristin und musste keine Theorie machen. Keine Ahnung, vielleicht haben sie nicht gewusst, in welche Kategorie sie mich jetzt tun sollen, und haben mich wie eine Olah behandelt.