Bine im gelobten Land

Mein israelischer Fahrlehrer

Februar 10, 2007 · 1 Kommentar

Nachdem alle Formalitäten für den Führerschein erledigt waren, suchte ich im Telefonbuch einen Fahrlehrer. Mein Mann rief einige Fahrschulen an und schließlich vereinbarte er einen Termin mit Asher (der Name des Lehrers), den ich später liebevoll Arscher nannte.

 

Asher wollte eindeutig mein Geld. Er sagte mir bei jeder Gelegenheit, wie unsicher ich noch sei, wie wenig Selbstvertrauen ich doch hätte, und dass ich, wenn ich den “israelischen” Führerschein wolle, noch vieeeeeleeeeeee Stunden nehmen müsste. Er sagte, Israel sei eben nicht Österreich. Hier gäbe es richtige Autos und mehrspurige Straßen.

Das alles sagte er mir, während er gemütlich Zeitung las, mit seiner Frau telefonierte, irgendwelche Formulare ausfüllte und während sein Fuß niemals auch nur in der Nähe seines Bremspedals war.

Auf meine Frage: “Smola o jemina?” (Links oder rechts) antwortete er nur: Egal, fahr einfach, wohin du willst!

Ich glaub der war noch nie in Österreich. Dort fahren schliesslich nicht nur Traktoren rum oder Kühe gehen auf der Straße spazieren.

Na ja, ich hab diese Kommentare ignoriert. In Israel ist es ein wenig kompliziert mit dem Führerschein, und dauernd den Lehrer wechseln, kostet noch mehr.

Es lag sicherlich nicht an meinen Fahrkünsten. Ich habe den Führerschein schon viele Jahre, hatte noch nie einen Unfall, bin mit einem Bus voller Schüler jeden Morgen durch ein Skigebiet gefahren, Schneefahrbahn ist kein Fremdwort für mich, usw.

So nahm ich die bissigen Kommentare hin und nannte ihn von nun an liebevoll Arscher. Natürlich nicht in seiner Gegenwart. Mein Mann saß von nun an im Fahrschulauto, und drängte Arscher jedesmal, mich endlich zum Test zuzulassen. Tja, aus vier Fahrstunden wurden 10. Hätte ich meinen Mann von Anfang an mitgenommen, wärs wahrscheinlich bei 4 geblieben.

Kategorien: Die Israelis

1 Antwort bis hierher ↓

  • schmetterlingsfrau // Februar 11, 2007 um 1:45

    Ich kanns dir nachfühlen, denn so einen hatte ich auch. Er hat dauernd telefoniert und das Radio auf laut gestellt, obwohl mich das wahnsinnig macht. Er hat mich auch verunsichert und so mehr Stunden herausschlagen wollen. Ich habe dann zu einer Frau gewechselt, die einfach super war. Sie hat mich durch die Prüfung gebracht.

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