Nun war es also soweit. Ich habe einen Termin zur Fahrprüfung bekommen. Arscher holte mich am Morgen ab. Das Auto war voller nervöser junger Israelis, die auch Prüfung hatten.
Natürlich waren sie alle wahnsinnig nervös. Ich eigentlich nicht. Ich durfte dreimal durchfallen, danach hätte ich den kompletten Führerschein samt Theorie machen müssen. Ich hatte genug Selbstvertrauen und Erfahrung, dass ich mir wegen einer lächerlichen Führerscheinprüfung nicht in die Hose machte. Bis mir S. ihre Geschichte erzählte. Sie rauchte eine Zigarette nach der anderen, als wir warteten. Ging dauernd aufs Klo und hüpfte nervös rum. Ich sagte ihr, das wird schon, sei doch nicht so nervös. Sie sagte mir, hier fällt jeder mindestens dreimal durch, bis er besteht. Hä??? Sie trat an diesem Tag zum 7. Mal zum Test an. Danach war ich auch nervös!
Die Prüferin kam, Arscher wünschte uns viel Glück und S. und ich stiegen ins Auto. Die Prüferin fragte, wer zuerst fahren will. Ich gab S. den Vortritt, was sich später als klug erwies.
S. fuhr und fuhr. An jeder zweiten Kreuzung wurden wir laut angehupt, weil das Auto verreckte und sie damit beschäftigt war, es wieder zu starten. Sie war furchtbar nervös und zitterte am ganzen Körper.
Nach 30 Minuten dann der Wechsel. Ich war an der Reihe. Die Prüferin fragte mich, ob sie Englisch oder Hebräisch reden soll. Ich sagte, Hebräisch wäre ok für mich. Fehler. Sie sagte LINKS, ich fuhr natürlich RECHTS. Das verwechsle ich nicht nur, wenn ich nervös bin. Sie lachte und fragte, wie lange ich schon hier sei usw. Wir plauderten über Österreich und wie schön die Berge dort sind und nebenbei fuhr ich. Meine Prüfung dauerte genau 10 Minuten. Ich musste nicht mal seitwärts einparken. Nix. Am Schluss sagte mir die Prüferin, dass man merke, dass ich jahrelange Fahrpraxis hätte. HA! Dem Arscher sollte mal einer in den A….. treten!
Kurz darauf war ich stolze Besitzerin des israelischen Führerscheins in Kreditkartenform!
1 Antwort bis hierher ↓
schmetterlingsfrau // Februar 11, 2007 um 1:51
Super! Bei mir war so lustig, daß alle dachten ich wäre 18 und mache den Schein! Und das war auch gut so, weil ich ja praktisch Anfängerin war. Mein Prüfer sprach fließend Deutsch, das war der größte Witz der Geschichte. Er war mehr damit beschäftigt mich zu beeindrucken als mit dem Fahren.
Bei der Fahrt durch eine enge Einbahn war plötzlich ein riesiger weißer Haufen voll Bauschutt mitten auf der Fahrbahn. Es war kein Platz zum Ausweichen. Der Sand reichte von Seite zu Seite. Also habe ich Gas gegeben und bin darübergehüpft. Das Auto hob mit einer Seite ab. Ich habe gesagt “Upps, das hab ich von meinem Mann gelernt, weil wir einen Jeep haben.”