Englisch wird in Israel so gut wie überall gesprochen. Ich habe selten jemanden getroffen, der kein Englisch versteht. Dies ist auch gut so, vorallem für Touristen und Einwanderer.
Ich erinnere mich noch gut an die erste Zeit hier in Israel. Ich konnte so gut wie kein Hebräisch. Alleine in den Supermarkt gehen, war eine Qual, bis ich schnell entdeckt habe, dass die meisten Produkte auch auf Englisch angeschrieben sind.
Da ein Israeli von Natur aus schrecklich neugierig ist, und keine Hemmungen hat, alles zu fragen, was er wissen möchte, tut er das natürlich auch auf Englisch.
Das klingt dann ungefähr so:
- Where you are from?
- I am from Austria.
- Ahhhhhhhh, Australia, nice country, kangaroos!!!
Tja, das passierte nicht nur einmal.
Oder es werden englische Wörter einfach “israelisiert”.
brecks – Bremsen
ambrecks – Handbremse
sche-ik – Milchshake
Mist, jetzt fällt mir nichts mehr ein. Immer dann, wenn mans braucht.
Als Englischlehrerin sind mir natürlich auch grammatikalische Besonderheiten aufgefallen, die sich quer durch Israel
ziehen:
The water are warm.
Ich weiß auch warum die das sagen. Auf Hebräisch wird Wasser in der Mehrzahl verwendet.
I have to make a call phone.
Auf Hebräisch wird Telefongespräch auch andersrum gesagt: Gespräch am Telefon.
So übersetzt ein Israeli einfach vom Hebräischen ins Englische, und dabei kommen Sachen raus, die ich am Anfang nicht verstanden habe. Da erst habe ich begriffen, wie ähnlich doch die deutsche und die englische Grammatik ist, und wie schwer das für die Israelis ist.
Dazu kommt noch der israelische Akzent. Der ist einfach furchtbar. Ich kenne nur wenige, die den nicht haben. Mein Mann z. B.
Der hat den schönsten britischen Akzent weit und breit hier. Das liegt auch nur daran, dass er englische Nachbarn hatte und schon als ganz kleiner Junge Englisch sprach.
Wenn er einem Israeli den Computer erklärt, redet er plötzlich in einem grauenhaften israelischen Englisch. Ich bekomme dann fast eine Krise. Dann sagt er mir jedesmal, ich muss so reden, damit sie mich verstehen!!!
Der neueste Trend, neben vielen anderen, um möglichst “cool” und intellektuell zu wirken, ist, wahllos englische Wörter in einen Satz einzubauen.
Bis ich dann verstehe, dass das Wort, das ich nicht verstanden habe, nicht hebräisch, sondern englisch war, dauert eine Weile!
7 Antworten bis hierher ↓
schmetterlingsfrau // Februar 14, 2007 um 11:06
Auch häufig:
Inviting the tickets (order u. invite = lehazmin)
Opening/closing the TV anstatt turn on/off (müßte man also aufschrauben!).
The time is three and a half anstatt three thirty.
An der Aussprache von langen Vokalen hapert es auch. Oft sagt ein Politiker im Fernsehen: We wanna piss with the Arabs, only piss, real piss. Einmal waren Urlaubstips im Fernsehen, da haben sie gewarnt: Wenn man neue Laken im Hotel haben will, bitte nicht sagen I want new shit on the bed. Und wenn man zum Strand will, nicht sagen Where is the bitch!
Oh well, man muß aufpassen, daß man es nicht übernimmt. Leider kann man wenig dagegen machen!
Andererseits sagen ja auch Deutschsprachige Sachen wie I am becoming a baby.
Bis dann, bine, you can say you to me!
bineimgelobtenland // Februar 14, 2007 um 11:36
hi schmetterlingsfrau!
danke, ich habe schon auf deine hilfe gewartet. LOL…Where is the bitch?
mit meinen schülern hier mach ich sprachübungen.
z.b. The bee sits on the flower.
–> The bee shits on the flower, ist echt jedesmal die Antwort und ich darf nicht lachen!
in griechenland klingt es übrigens ziemlich ähnlich.
klar, die deutschsprachigen machen natürlich auch lustige fehler, aber mit denen rede ich selten englisch..*GG*
miriamw // Februar 15, 2007 um 8:06
B”H
Das eingedeutschte Englisch ist schon wichtig. Vor allem Handy, was alles andere als korrektes Englisch ist und normal mobile phone oder portable phone heisst.
Allerdings koennen die Russen und Aethiopier kaum Englisch. Ist jedenfalls meine Erfahrung. Und manche Sepharadim…naja.
Miriam
vered // Februar 18, 2007 um 2:46
Sehr hübsch finde ich “astronaut”, mit der zweiten Bedeutung “zerstreuter Mensch”, “einer, der nicht mit beiden Füssen auf dem Boden steht”.
jeannew // Februar 20, 2007 um 2:28
Dass die meisten in Israel Englisch sprechen, kann aber auch ein Fluch sein. Das hat mich am Anfang davon abgehalten, gezielt Hebräisch zu lernen. Es ging ja auch ohne! Bis ich gemerkt habe, dass es eben nicht geht und man irgendwie immer aussen vor bleibt. Heute spreche ich fliessend.
schmetterlingsfrau // Februar 21, 2007 um 12:21
Mir gings auch so. Es kann einfach jeder irgendwie Englisch, zumindest haben die wenigstens irgendwelche Skrupel, einem ihre grausige Aussprache und kreative Grammatik vorzuführen. Das ist in Europa schon anders – da können sehr viele überhaupt nicht Englisch (liegt an der Synchronisation). Es hat also schon was Gutes, wenn ein Land Englisch spricht. Für uns ist es auch ein Nachteil, weil man vom Lernen abgehalten wird. Mit meinem Mann spreche ich nach wie vor Englisch, wenn wir alleine sind. Ämdert sich das jemals?
bineimgelobtenland // Februar 21, 2007 um 1:17
….Mit meinem Mann spreche ich nach wie vor Englisch, wenn wir alleine sind. Ämdert sich das jemals?…..
wir haben inzwischen eine neue sprache entwickelt. das finde ich noch viel schlimmer. in einem satz kann gleichzeitig deutsch, englisch und hebräisch vorkommen.
neulich haben zwei neue arbeiter meinen mann gefragt, warum er am telefon immer mit mir englisch sprechen würde. sie wissen nicht, woher ich komme. anscheinend ist ihnen mein akzent nicht aufgefallen (komisch, denn ich hab natürlich einen). er hat gesagt, ich wäre aus kiryat ata und wir würden das aus spass machen…LOL!